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14.01.2018

HARIBO wehrt sich gegen Vorwürfe von „ARD-Markencheck“

  • Vor-Ort-Auditierungen haben keine gravierenden Mängel ergeben
  • Vorwurf der Sklavenarbeit auf Carnauba-Wachs-Plantagen bestätigt sich nicht. WDR-Beitrag wirkt rückblickend „monströs aufgebläht und effekthascherisch“
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz in den Lieferketten gestartet

Bonn, 14. Januar 2018. Tierquälerei? Sklavenarbeit? Die HARIBO Gruppe wehrt sich entschieden gegen die in der Sendung „ARD-Markencheck“ im Oktober erhobenen Vorwürfe, das Unternehmen dulde in seiner Lieferkette für Gelatine Schweinemastbetriebe, die gegen Grundsätze ordentlicher Tierhaltung verstoßen und gesetzeswidrig handeln. Auch die in derselben, vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) produzierten Sendung erhobene Behauptung, HARIBO würde Carnauba-Wachs verarbeiten, das unter menschenunwürdigen und gesetzeswidrigen Bedingungen gewonnen wird – die Rede war gar von „Sklavenarbeit“ – hat sich bei Vor-Ort-Auditierungen nicht bestätigt. Ein HARIBO-Sprecher: „Angesichts des Ergebnisses unserer umfassenden Auditierungen erscheinen die im „ARD-Markencheck“ erhobenen Vorwürfe maßlos und monströs aufgebläht.“

Unabhängige Auditoren haben Lieferketten überprüft

HARIBO hatte unmittelbar nach der Sendung unabhängige und zertifizierte Auditoren beauftragt, bei seinen Lieferanten und deren Vorlieferanten zu prüfen, was an den Vorwürfen dran ist. Dabei wurde sowohl die Lieferkette für den wichtigen Grundstoff Gelatine als auch die für Carnauba-Wachs durchleuchtet. Carnauba-Wachs ist in sehr geringen Mengen Bestandteil eines in der Süßwarenindustrie weit verbreiteten Überzugsmittels, welches das Zusammenhaften einzelner Produktstücke, beispielsweise von Fruchtgummi, im Beutel verhindert.

Im Rahmen der von HARIBO beauftragten Audits haben unabhängige Auditoren des Prüfinstitut LACON GmbH den besagten Gelatine-Lieferanten von HARIBO, mehrere von dessen Lieferanten betriebene Schlachthöfe sowie sechs Bauernhöfe in Deutschland unter die Lupe genommen.

Gleichzeitig haben mehrere Auditoren des unabhängigen Zertifizierungsunternehmen FLOCERT GmbH den HARIBO-Lieferanten, zwei Vor-Lieferanten von Carnauba-Wachs und mehrere Carnauba-Wachs-Plantagen in Brasilien geprüft. Der Fokus der FLOCERT- Audits lag auf den dortigen Arbeitsverhältnissen. Ein HARIBO-Sprecher: „Wir haben die Vorwürfe sehr ernst genommen und einen großen Aufwand betrieben, um hier schnell ein unabhängiges und fundiertes Bild zu bekommen.“

Keine grundlegenden Mängel; HARIBO drängt auf fairen Lohn für Carnauba-Wachs-Erntehelfer

Die Berichte der unabhängigen Auditoren sind in beiden Bereichen eindeutig: Weder an der Gelatine-Gewinnung noch an den Arbeitsbedingungen auf den einschlägigen Carnauba-Wachs-Plantagen in der HARIBO-Lieferkette ist etwas grundlegend zu bemängeln. In den Schlachtbetrieben und auf den untersuchten Bauernhöfen wurde nach Recht und Gesetz gearbeitet, und es wurden alle einschlägigen Bestimmungen zum Tierwohl beachtet. Auch die zuständigen Veterinärbehörden, die unmittelbar nach der Sendung mehrere Betriebe besichtigt hatten, konnten keine Hinweise auf Gesetzesverstöße finden.

Der WDR hatte in seiner Sendung Bilder verwendet, die Tierschützer nachts auf nicht näher bezeichneten Bauernhöfen aufgenommen hatten, in die sie eingebrochen waren. Wo und wann diese Bilder aufgenommen wurden, hat der WDR bis zuletzt trotz ausdrücklicher Bitte von HARIBO nicht offengelegt.

Ähnlich fallen die Ergebnisse beim Carnauba-Wachs aus. Auf allen in Brasiliens Nordosten untersuchten Plantagen arbeiteten freiwillige Kräfte zumeist aus der näheren Umgebung, für die die Carnauba-Ernte als Saisongeschäft ein willkommener Zuverdienst ist. Die Versorgung vor Ort ist gut, der Arbeitsschutz angemessen, die Arbeitszeiten sind moderat und gut geregelt, entlohnt wird nach Position und Leistung. Niemand wurde, beispielsweise durch systematische Überschuldung oder andere ausbeuterische Praktiken, gegen seinen Willen an einen Arbeitgeber gebunden. Auch waren alle Arbeitskräfte – mit einer Ausnahme – zum Zeitpunkt der Auditierung volljährig. Lediglich ein junger Mann stand bei der Auditierung zwei Monate vor Vollendung seines 18. Lebensjahres. HARIBO: „Der Vorwurf der Sklavenarbeit, wie ihn der ARD-Markencheck erhoben hat, ist nach dem Ergebnis unserer Recherchen haltlos und wirkt rückblickend monströs aufgebläht. Wir sind ehrlich gesagt enttäuscht und überrascht, dass ein gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Sender derartige Effekthascherei betreibt“ Der WDR hatte in seiner Reportage Bilder von Plantagen gezeigt, ohne selbst nach ausdrücklicher Bitte von HARIBO offenzulegen, wo und wann genau die Aufnahmen entstanden sind.

Einziges Manko, das die unabhängigen Auditoren vor Ort festgestellt haben: Da einzelne Erntekräfte nach Akkord bezahlt werden, wird in Einzelfällen der gesetzliche Mindestlohn unterschritten. HARIBO: „Hier werden wir darauf drängen, dass die Entlohnung angemessen ist und in jedem Fall den gesetzlichen Mindeststandards genügt. Notfalls werden wir uns von einzelnen Vorlieferanten trennen, bis sie hier einlenken. Außerdem prüfen wir derzeit, wie wir - gegebenenfalls gemeinsam mit anderen Abnehmern, offiziellen Stellen und NGO - dazu beitragen können, dass in der gesamten Carnauba-Wachs-Industrie ordentliche Standards durchgesetzt und faire Löhne gezahlt werden.“

HARIBO schafft mehr Transparenz in den Lieferketten

HARIBO wird künftig seine Zulieferer weiterhin regelmäßig kontrollieren und Vorlieferanten über die gesetzlichen Anforderungen hinaus intensiver und häufiger kontrollieren. Dabei geht es vor allem um mehr Transparenz entlang der Lieferketten. Insbesondere will HARIBO künftig Vorprodukte besser und schneller bis zum Erzeuger rückverfolgen und Missstände, sollten sie auftreten, zügig abstellen können. Eine bedeutende Änderung wird bereits umgesetzt: Mit den wichtigsten Lieferanten vereinbart HARIBO derzeit, auch deren Vor- und Vor-Vorlieferanten künftig direkt kontrollieren zu können und so unmittelbar Zugriff zu haben. „Die regelmäßigen Kontrollen derart auszuweiten ist aufwändig und lässt sich nicht von einem Tag auf den anderen umsetzen, aber wir werden uns hier künftig noch besser aufstellen.“

Weitergehende Maßnahmen werden geprüft; Sorgfalt vor Aktionismus

HARIBO prüft darüber hinaus weitergehende Maßnahmen, um die eigenen Ansprüche an ethische, soziale und ökologische Standards besser durchsetzen zu können. Das Unternehmen denkt beispielsweise über ein stärkeres Engagement vor Ort in Brasilien nach, um die Standards in der Carnauba-Wachs-Industrie – ggf. in Zusammenarbeit mit deutlich größeren Carnauba-Wachs-Abnehmern anderer Industriezweige – weiter zu verbessern.

Auch beim Thema Tierwohl wird derzeit überlegt, mit welchen Schritten HARIBO positiven Einfluss nehmen kann. Noch im ersten Quartal 2018 soll ein Katalog von wirksamen und umsetzbaren Verbesserungen erarbeitet werden, über den dann zeitnah entschieden wird. HARIBO: „Wir haben es hier mit anspruchsvollen Themen zu tun, mit denen wir uns ernsthaft und sorgfältig auseinandersetzen werden. Purer Aktionismus hilft dabei wenig, deswegen nehmen wir uns jetzt die nötige Zeit.“

Auch wenn sich die konkreten Vorwürfe von ARD-Markencheck nicht bestätigt hätten, habe die Reaktion vieler HARIBO-Fans im Nachgang zu der Sendung gezeigt, wie wichtig Konsumenten soziale, ethische und ökologische Standards nähmen. „Um es sehr deutlich zu sagen: Wir begrüßen das ausdrücklich, denn es entspricht auch unserem Verständnis von gutem Unternehmertum. Wir können unseren Kunden und Fans versprechen, dass wir an diesen Themen dranbleiben und unsere Verantwortung wahrnehmen.“

Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso.